Was verdient man als Pflegekraft in der Zeitarbeit?

Intensivpflegerin in modernen Scrubs prüft Gehaltsabrechnung im hellen Pausenraum einer Klinik, Kaffeetasse daneben.

Als Pflegekraft in der Zeitarbeit verdient man in der Regel mehr als in einer vergleichbaren Festanstellung im Krankenhaus. Der genaue Unterschied hängt von Qualifikation, der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit, Einsatzort und den jeweils geltenden Tarifverträgen ab. Die folgenden Abschnitte beleuchten, woraus das Gehalt in der Zeitarbeit in der Pflege konkret besteht, was Intensivpflegefachkräfte erwarten können und wann sich der Wechsel finanziell wirklich lohnt.

Wie viel mehr verdient man in der Zeitarbeit als in der Festanstellung?

Pflegefachkräfte in der Zeitarbeit erzielen häufig ein spürbar höheres Grundgehalt als Kolleginnen und Kollegen in Festanstellung. Als Richtwert gilt: Je nach Qualifikation, Einsatzort und Tarifvertrag kann das Bruttogehalt in der Zeitarbeit in der Pflege um rund 20 bis 40 Prozent über dem einer vergleichbaren Festanstellung liegen. Dieser Wert ist kein Versprechen, sondern eine Orientierung auf Basis branchenüblicher Erfahrungswerte.

Der Unterschied entsteht nicht zufällig. Pflegekräfte in der Zeitarbeit übernehmen eine besondere Flexibilität: Sie wechseln Einsatzorte, passen sich schnell an neue Stationsabläufe an und sind oft kurzfristig verfügbar. Diese Flexibilität wird in der Regel finanziell abgegolten. Hinzu kommt, dass spezialisierte Bereiche wie die Intensivpflege ohnehin höher vergütet werden als allgemeine Pflegebereiche.

Ein weiterer Faktor ist der gesetzliche Gleichbehandlungsgrundsatz nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Nach neun Monaten Einsatz beim selben Entleiher greift das sogenannte Equal-Pay-Gebot: Die überlassene Pflegefachkraft muss dann mindestens so vergütet werden wie eine vergleichbare Stammkraft im Einsatzbetrieb. Dabei werden frühere Überlassungszeiten beim selben Entleiher zusammengerechnet, sofern zwischen den Einsätzen jeweils nicht mehr als drei Monate lagen. Das kann den Verdienst je nach Klinik weiter steigern oder zumindest absichern.

Welche Gehaltsbestandteile sind in der Zeitarbeit in der Pflege üblich?

Die Vergütung kann sich aus dem tariflichen Stundenentgelt sowie tariflichen und übertariflichen Zulagen bzw. Zuschlägen zusammensetzen. Neben dem tariflichen Grundlohn sind Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit üblich. Hinzu kommen bei vielen Arbeitgebern Fahrtkostenzuschüsse, Fahrtkostenerstattungen und gegebenenfalls Verpflegungsmehraufwendungen, wenn der Einsatzort weiter entfernt liegt. Diese sind klar vom Bruttostundenlohn zu trennen und fallen nicht automatisch bei jedem auswärtigen Einsatz an.

Grundlohn und übertarifliche Vergütung

Der Grundlohn in der Zeitarbeit in der Pflege richtet sich bei Anwendung des DGB/GVP-Tarifwerks nach den dort vereinbarten Entgelttabellen. Die Eingruppierung richtet sich nach der tatsächlich überwiegend ausgeübten Tätigkeit und den hierfür erforderlichen Kenntnissen und Qualifikationen. Ergänzend können Pflegekräfte übertarifliche Zulagen oder individuell vereinbarte zusätzliche Vergütungsbestandteile erhalten. Diese sind nicht mit tariflichen Branchenzuschlägen gleichzusetzen, da es für die Gesundheits- und Pflegebranche keinen eigenständigen Branchenzuschlagstarifvertrag gibt.

Zulagen und Zusatzleistungen

Neben dem Grundlohn spielen Zulagen eine erhebliche Rolle. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit können das monatliche Nettogehalt deutlich erhöhen. Bei intensiv-nurdse kommt ergänzend ein Zuschlag für Arbeit am Samstag hinzu. Die Zuschlagshöhen orientieren sich dabei auch an den Regelungen des jeweiligen Kundenbetriebs innerhalb der tariflichen Grenzen. Manche Personaldienstleister bieten darüber hinaus Fahrtkostenerstattungen oder Verpflegungsmehraufwendungen an, wenn Pflegefachkräfte für einen Einsatz vorübergehend den Wohnort wechseln. Auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind im DGB/GVP-Tarifwerk relevante Bestandteile und können Teil des Gesamtpakets sein.

Was verdienen Intensivpflegefachkräfte in der Zeitarbeit konkret?

Intensivpflegefachkräfte gehören zu den am besten vergüteten Pflegeberufsgruppen in der Zeitarbeit. Als Richtwert für 2026 gilt: Fachkrankenpflegerinnen und Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie können in Vollzeit je nach Qualifikation, Einsatzort und Zuschlagsstruktur ein Bruttomonatsgehalt im mittleren bis oberen vierstelligen Bereich erzielen. Konkrete Zahlen variieren erheblich und sollten stets als individuelle Orientierung verstanden werden.

Entscheidend für die Höhe des Verdienstes ist vor allem die Qualifikation sowie die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit. Wer zusätzlich zur dreijährigen Pflegeausbildung eine zweijährige Fachweiterbildung in Intensivpflege und Anästhesie abgeschlossen hat, wird in der Regel deutlich besser vergütet als eine Pflegefachkraft ohne diese Spezialisierung. Auch die Berufserfahrung spielt eine Rolle: Wer viele Jahre auf Intensivstationen gearbeitet hat, bringt einen Erfahrungsschatz mit, der sich in der Vergütung niederschlagen kann.

Einsatzort und Region beeinflussen den Verdienst ebenfalls. Regionale Arbeitsmarktbedingungen können sich auf die übertarifliche Vergütung auswirken, während das tarifliche Grundentgelt nach dem DGB/GVP-Tarifwerk keine unterschiedlichen Tabellen nach Bundesland oder Region vorsieht. In Regionen mit besonders angespannter Personalsituation können daher übertarifliche Bestandteile höher ausfallen. Wer bereit ist, auch überregional eingesetzt zu werden, erweitert seine Möglichkeiten entsprechend. Mehr zu den Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Intensivpflegekraft in der Zeitarbeit finden Sie auf unserer Stellenseite.

Welche Abzüge und Risiken sollte man beim Zeitarbeitsgehalt kennen?

Trotz des höheren Bruttolohns sollte man beim Zeitarbeitsgehalt einige Abzüge und Risiken im Blick behalten. Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fallen genauso an wie bei einer Festanstellung. Wer Fahrtkostenerstattungen oder Verpflegungsmehraufwendungen erhält, sollte prüfen, ob diese steuerfrei oder steuerpflichtig sind, da dies die tatsächliche Nettowirkung beeinflusst.

Ein wesentlicher Unterschied zur Festanstellung liegt in der Planungssicherheit. Zeitarbeitsverhältnisse sind grundsätzlich flexibler gestaltet, was bedeutet, dass Einsätze enden können und Anschlusseinsätze nicht immer unmittelbar folgen. Phasen ohne Einsatz können das Jahreseinkommen schmälern, auch wenn viele Personaldienstleister versuchen, Ausfallzeiten zu minimieren. Wer auf ein gleichmäßiges monatliches Einkommen angewiesen ist, sollte diesen Aspekt sorgfältig abwägen.

Hinzu kommt die gesetzliche Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten bei demselben Entleiher. Nach Ablauf dieser Frist muss der Einsatz bei dieser Klinik enden oder es bedarf einer tarifvertraglichen Ausnahmeregelung. Das bedeutet, dass ein Wechsel des Einsatzortes in regelmäßigen Abständen einkalkuliert werden sollte, was für manche Pflegefachkräfte eine Belastung darstellt, für andere hingegen einen Reiz.

Auch die Rentenversicherung verdient Aufmerksamkeit: Da Pflegekräfte in der Zeitarbeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, werden Rentenbeiträge abgeführt. Dennoch sollte man langfristig prüfen, ob das höhere Bruttogehalt tatsächlich zu einer besseren Altersvorsorge führt oder ob Phasen ohne Einsatz Lücken erzeugen.

Wann lohnt sich Zeitarbeit in der Pflege finanziell wirklich?

Zeitarbeit in der Pflege lohnt sich finanziell vor allem dann, wenn man eine gefragte Spezialisierung mitbringt, bereit ist, flexibel zu arbeiten, und die Gesamtstruktur des Einkommens realistisch bewertet. Für Intensivpflegefachkräfte mit Fachweiterbildung und mehrjähriger Berufserfahrung ist das Potenzial besonders hoch, da ihre Qualifikation auf dem Markt stark nachgefragt ist.

Folgende Faktoren sprechen für eine positive Bilanz:

  • Hohe Spezialisierung, zum Beispiel als Fachkrankenpflegerin oder Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie
  • Bereitschaft zu Nacht-, Sonn- und Feiertagsdiensten, die durch Zuschläge vergütet werden
  • Flexibilität beim Einsatzort, auch überregional
  • Mehrjährige Berufserfahrung auf Intensivstationen, die eine schnelle Einarbeitung ermöglicht
  • Realistische Planung von Einsatz- und möglichen Übergangszeiten

Wer hingegen vor allem Wert auf langfristige Planungssicherheit, feste Teamzugehörigkeit und einen stabilen Dienstplan legt, sollte die Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abwägen. Zeitarbeit ist kein universell besseres Modell, sondern ein anderes, das zu bestimmten Lebenssituationen und Prioritäten besser passt als zu anderen.

Letztlich hängt die finanzielle Bilanz auch davon ab, wie gut der Personaldienstleister aufgestellt ist: ob er verlässliche Einsatzplanung bietet, transparent kommuniziert und faire Vertragsbedingungen gewährleistet. Mehr dazu, wofür wir als Unternehmen stehen, erfahren Sie auf unserer Seite zu unseren Werten.

Wie intensiv-nurdse Intensivpflegefachkräfte beim Thema Gehalt und Einsatzplanung unterstützt

Wir bei intensiv-nurdse sind ausschließlich im Bereich der Intensivpflege tätig und kennen die spezifischen Anforderungen dieses Feldes aus eigener Erfahrung. Unser Geschäftsführer Björn Henneke hat selbst auf Intensivstationen gearbeitet und weiß, worauf es ankommt, sowohl fachlich als auch bei den Arbeitsbedingungen. Das prägt unseren Umgang mit unseren Mitarbeitenden.

Was wir unseren Pflegefachkräften bieten:

  • Vergütung bei Anwendung des DGB/GVP-Tarifwerks, ergänzt durch übertarifliche Vergütungsbestandteile nach individueller Vereinbarung
  • Transparente Kommunikation zu Einsatzplanung und Vertragsbedingungen
  • Eine planbare 35-Stunden-Woche bei Vollzeit als angestrebtes Modell
  • Regelmäßige Fortbildungen, unter anderem im Bereich Advanced Cardiovascular Life Support (ACLS) und Simulationstrainings für Notfallsituationen
  • Persönliche Betreuung durch ein Team, das den intensivmedizinischen Alltag aus eigener Erfahrung kennt
  • Einsätze vorrangig in Nord- und Westdeutschland, auf Wunsch auch bundesweit

Wenn Sie als Intensivpflegefachkraft mehr über eine Tätigkeit bei uns erfahren möchten oder konkrete Fragen zur Vergütung und zu Einsatzmöglichkeiten haben, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Sprechen Sie uns direkt an, wir beantworten Ihre Fragen persönlich und ohne Umwege. Besuchen Sie dazu unsere Kontaktseite oder informieren Sie sich zunächst über unser Leistungsangebot im Bereich Personalleasing.

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